Hof am Gölmbach

Zucht und Erhaltung alter Nutztierrassen

BESONDERE HOFBEWOHNER

 

Auf dieser Seite stellen wir einige unserer Tiere vor, die u.a. nicht reinrassig sind und auch keiner gefährdeten Haustierrasse angehören, deren "Erhalt" aber nicht weniger wichtig ist. Und jedes von ihnen erzählt seine eigenen kleine Geschichte ...


 


  

IGNAZ (Wollschwein)

Ignaz gehört zur Rasse der schwalbenbäuchigen Mangalitza. Er sollte eigentlich mit unserer Inge, eine Bentheimer-Mix-Sau, einen Sommer bei uns verbringen. Er war wohl nicht Inge's Typ, als "ganzer Kerl" wollte unser Männlein ihn aber partout nicht akzeptieren! Ein Termin beim Schlachter wurde vereinbart, aber unser "Gärtner" (er pflügt für sein Leben gerne) war mir schon so sehr ans Herz gewachsen .... er wurde kastriert und darf nun weiter nach Lust und Laune pflügen, pflügen, pflügen ....

Ignaz ist der perfekte Babysitter, alle Ferkel lieben ihn, seinen " Pelz " kann man so herrlich durchwühlen !


 

FRAU RÄUBERSON UND HUCKLEBERRY

Frau Räuberson (links), eine kleine "Glückskatze" hat sich unseren Hof 2005 als ihr neues Zuhause ausgesucht. Zusammen mit Huckleberry, ihrem damals ca. 4 Wochen alten Welpen wohnte sie wochenlang scheu und verängstigt in unserem Holzschuppen.

 


 

 LOTTA UND PEDRO 

( * 2003 )  ( * 1995 )

Das Shetlandpoy gehört zu den ältesten europäischen Pferderassen. Ursprünglich auf den Shetlandinseln beheimatet, kamen die ersten Original Shetlandponys Anfang des 20. Jahrhundert nach Deutschland. Sie sind ausdauernde, im Verhältnis zu ihrer Körpergröße ( bis 107 cm ) kräftige Zugpferde, die leicht das Doppelte ihres eigenen Gewichtes ziehen können. Bei einer Lebenserwartung von 40 Jahren, sind sie genügsam, robust und sehr intelligent. Unser Pedro besticht durch seinen edlen Kopf, große ausdrucksstarke Augen, kleine Ohren, ehrlichen Charakter sowie große Neugierigkeit. 1998 kam er auf unseren Hof. Obwohl er nicht mit unserem Sohn mitwuchs, durfte er trotzdem bleiben! Lotta übernahmen wir im Sommer 2011 von einem Freizeitpark. Sie ist eine schicke, aber sehr eigensinnige kleine schwarze Perle. Pedro und Lotta dürfen aufgrund ihrer Reheerkrankung nur stundenweise auf die Weide.


 

INGE

(∗2008)

Inge ( Blondes Wollschwein/Bentheimer-Mix ) kam im August 2008 als 6 Wochen altes Ferkel zu uns. Sofort wurde sie von Herrn Becker liebevoll umsorgt. Wäre Inge ein Mensch, könnte man sie als übergewichtige, faule und selbstverliebte Jungfer bezeichnen. Inge ist ein absolutes Original, gierig, unsauber aber hingebungsvoll verschmust und sie besitzt die unglaublichsten Augen.

Und auch das ist wieder typisch für Inge, mit ihrem unglaublichen Augenaufschlag hat sie im September 2017 den Sprung in die Modellwelt geschafft!!

Inge wurde von der Künstlerin Stefanie Klymant in Öl verewigt. Mehr Informationen HIER


 

 JAMBOR

( * Mai 2016 )

Nachdem unser letzter Gefährte, der treue Cuddles von uns gegangen ist, beschlossen wir uns wieder einen Hund aus dem Tierschutz zu holen. 

Nach endlosen Recherchen und Telefonaten haben wir uns dann für die Tierschutzorganisation Tierheimleben in Not  entschieden. Eine Organisation die mit Tierheimen in Ungarn zusammenarbeitet .Es gibt viele Stimmen, die verurteilen eine Übernahme von Hunden aus dem Ausland, mit der Begründung, unsere Tierheime würden schließlich auch voll sein, das ist richtig, nur mit dem Unterschied, in Ungarn sind die Winter bitterkalt und viele Hunde überstehen die Kälte im Winter nicht. Ungeschützte Außenzwinger, unisolierte Holzverschläge, enge Käfige mit Betonboden, dagegen leben die Tiere in deutschen Tierheimen wie im Luxus. Es ist unvorstellbar, welchen niedrigen Stellenwert Tiere, insbesondere Hunde und Katzen nicht nur in Osteuropa haben. Ich bewundere und danke den Tierschutzorganisationen, die hier vor Ort Hilfe und auch Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung leisten.

Unsere Wahl fiel schließlich auf Jambor, einen mittelgroßen Mischling, der zusammen mit einem Hundekumpel von Hundefängern streunend auf der Straße eingefangen wurde. Er wurde in das Tierheim Nagykanisza gebracht, in diesem Tierheim werden seit 2016 wieder Tötungen durchgeführt.

auf dem Bild ist Jambor noch im ungarischen Tierheim.

 

Aber für Jambor sollte  das Leben am 10.12.2017  eine positive Wende nehmen. Er trat seine Reise mit vielen anderen Hunden nach Deutschland an. Nachts um 2.30 Uhr sahen wir den kleinen Mann auf einem Rastplatz in Hannover das erste Mal, und aus seiner Box in der 3ten obersten Reihe erreichte uns sein fragender Blick: " Seid Ihr jetzt meine Retter, meine neue Familie ? ".

Zuerst wurde eine kleine schwarze ängstliche Hündin aus ihrer Transportbox geholt, die neue Besitzerin, eine junge Frau, erzählte uns von dem traurigen Schicksal der Hündin, die fast totgeschlagen wurde von ihrem Vorbesitzer. Mit Tränen in den Augen und einem Kloß im Hals warteten wir jetzt auf Jambor. Und dann,.......als wenn er uns schon ewig kannte, wurden wir überschwänglich mit Küsschen begrüßt!

sein erster Urlaub!

 

Jambor, unser absoluter Glückstreffer, ein Gute-Laune-Paket, katzenverträglich, stubenrein, lernt super schnell und ist immer bereit, lange Spaziergänge zu unternehmen!  Nur noch eine Narbe im Genick, verursacht durch die Fangschlinge der Hundefänger, erinnert ihn an seine traurige Vergangenheit in einer Welt, in der ich mich des öfteren schäme, ein Mensch zu sein !

 

Update im September 2018: Unser Jambi, ein " Rocker " der sich auf dem Hof mit all unseren Tieren super eingelebt hat. In manchen Situationen lebt der Geist seines Vorgängers Cuddles in ihm weiter.... er liegt auch stundenlang auf der Brücke in der Sonne und die Gartenbank vor dem Haus dient ihm als Schlaf-und Aussichtspunkt. 

unser Hübscher !!!

 

Warum ein Hund aus dem Ausland?

 Quelle: Tierschutzorganisation: tierheimleben in not

Wir möchten hier auf diverse grausame Fotos von gefolterten und misshandelten Tieren bewusst verzichten. 

Es ist immer wieder erstaunlich, wie wenig doch die Menschen in Deutschland über die Behandlung der Tiere in Ungarn (und natürlich auch in all den anderen östlichen oder südlichen Ländern) Bescheid wissen. Häufig bekommt man zu hören "Was in Ungarn? Das hätte ich nie gedacht"

In Rumänien z.B. werden immernoch regelmässig Schläger angeheuert, die Hunde in großer Menge zusammentreiben und sie erschlagen (meist 100-300 Stück sind keine Seltenheit) in Ungarn sind uns Hundekämpfe bekannt ein Beispiel: Ein "Opfertier" wird in die Mitte eines Raumes gesetzt, es werden Kampfhunde hereingelassen um sie scharf zu machen, wehrt sich das Opfertier wird es mit Stöcken geschlagen damit es nicht zurückbeißt...

Im Winter erfrieren immer wieder sehr sehr viele Tiere an der Kette, weil niemand sich um sie kümmert, kein Futter, kein Wasser, keine Wärme, einfach vergessen. Häufig findet man z.B. bei facebook Fotos über steif gefrorene Hundekörper an der Kette! Man mag sich nicht ausdenken welch grausamen Tod das Tier hatte. Sommer: viele Hunde ersticken in den Fahrzeugen, sie werden einfach zurück gelassen - besonders häufig bemerkt, auf den berühmten Wochenmärkten, wo man Welpen kaufen kann die noch nicht mal richtig auf den Beinen stehen können. Die "Ware" wird im Auto aufbewahrt bis der erste Schwung an Hunden verkauft ist, in der Zwischenzeit ist leider die Nachschubware schon erstickt. Alles bereits erlebte Situationen und man könnte dem noch viel mehr hinzufügen. Eine traurige Geschichte ohne Ende.

Wir können es vertreten, den ein oder anderen Hund nach Deutschland zu holen da wir der Meinung sind, in Deutschland wird von den sog. Hobbyzüchtern eine neue Einnahmequelle geschaffen, die keinerlei Genehmigungen und Sachkunde benötigt und diese Menschen sich das zu Nutze machen. Die Tiere werden für viel Geld abgegeben, das in die eigene Tasche der sog. "Züchter" wandert. Häufig sind diese Tiere nicht mal geimpft, entwurmt, haben gar einen Chip oder sind auch krank. Warum wird hier nicht ein Riegel vorgeschoben? Das sind Tiere die dann einfach an Menschen abgegeben werden, wo man nicht mal weiß ob sie sich den Hund überhaupt leisten können, ob sie genügend Fachwissen haben und das Tier artgerecht halten und erziehen können. Diese Tiere füllen dann die Tierheime in Deutschland, nicht die Hunde aus dem Auslandstierschutz. 

Die Erfahrung zeigt uns, daß wenn jemand sich für einen Hund interessiert und ins örtliche Tierheim geht, bestimmt nicht den zurückhaltenden Schäferhund nimmt oder den durchgedrehten Terrier - nein, diese Leute suchen sich den nächstbesten Hobbyzüchter und holen sich dort ein Tier. 

Solange in anderen Ländern Tiere noch erschlagen, erhängt, ersäuft, vergast, den Grausamkeiten sind keine Grenzen gesetzt, getötet werden, würden wir persönlich nie ein Tier von einem Züchter, und schon gar nicht Hobbyzüchter, kaufen.

 

 

 

 


 

Diese Seite mag jetzt auf manchen Besucher etwas sentimental wirken, das ist aber nur bedingt meine Absicht. Sie soll hauptsächlich zum Umdenken & Helfen anregen. Natürlich bekommen nicht alle Tiere hier auf dem Hof ihr Gnadenbrot, denn gefährdete Nutz- und Haustierrassen können nur erhalten werden, wenn wir sie auch nutzen und dafür brauchen wir nicht nur Züchter sondern auch Konsumenten ihrer Produkte.

Meine "Aiderbichler", wie ich sie liebevoll nenne, ermahnen mich aber jeden Tag wieder aufs Neue meinen kleinen Teil dazu beizutragen, dass es unsere Pflicht ist, Tieren ein artgerechtes, würdevolles Leben zu ermöglichen und wenn es dann soweit ist, vor allem einen würdevollen Tod.

 

 

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